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Die wahre Essenz des Yoga: Bewusstsein statt Perfektion

Den Drang nach Perfektion hinterfragen und den wahren Sinn des Yoga durch Selbstbeobachtung und bewusstes Handeln erkunden.

Lesedauer ca. 13 Minuten

Keine Lust auf Lesen? Dann höre dir hier die Audioversion an:

Im Yoga geht es nicht um Perfektion, sondern um Bewusstsein.”

Und ja, das mag für viele erstmal überraschend sein. Aber hey, ich setze gleich noch eine hinterher. „Yoga ist auch kein Sport.“

Upppsss. Überrascht?

In einer Welt, die oft von Leistungsdruck und Perfektionismus geprägt ist, scheint diese Botschaft vielleicht überraschend. Doch Yoga ist so viel mehr als nur körperliche Übungen; es ist eine Reise des Bewusstseins und der inneren Erkenntnis.

Hinter Yoga verbirgt sich eine jahrtausendealte Philosophie. Oder Glaubst du wirklich, dass die alten Yogameister auf ihren Yogamatten herumgeturnt sind, um zu tiefen Erkenntnissen zu gelangen? Sicher nicht. Es steckt also viel mehr dahinter, als ein paar geschmeidige Bewegungen.

David Frawley drückte es treffend aus, als er fragte: “Was habt ihr aus dem Yoga bloß gemacht?” In einem Interview, das ich sehr schätze, ging er auf die Veränderungen ein, die Yoga in der modernen Welt durchlaufen hat.

Wobei die Zeitschrift „Yoga aktuell“ die Überschrift mittlerweile geändert hat. Vielleicht weil sie selbst ein klein wenig dazu beitragen, Yoga als etwas anderes zu verkaufen, als das was es ist? Zumindest schließe ich darauf durch einige andere Artikel, aber vor allem durch die Titelbilder. Das ist zumindest mein Eindruck, aber natürlich frage ich nur 🙂

Immer wieder höre ich bei dem ersten Telefonat mit einem neuen Teilnehmer Sätze wie: “Ich wollte jetzt mal mit Sport anfangen” oder “Sonst mache ich ja keine Fitness, deshalb wollte ich mal Yoga machen“. Und ich muss gestehen, es schüttelt mich dabei und ich muss erstmal tief durchatmen. Ich stelle dann einige weitere Fragen, um heraus zu hören, was die Person denn mit Yoga bezwecken möchte.

Glücklicherweise höre ich dann oft heraus, dass es doch um Entspannung geht, und der Wunsch nach mehr Verbindung zu sich. Wenn ich dann nach Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl frage, stellt sich oft ein seufzendes JA ein. Dann weiß ich, wir sind ein Match und die neue Teilnehmerin ist herzlich willkommen. Meistens fehlte einfach nur die richtige Bezeichnung dafür, was Yoga eigentlich ist.

Der Drang nach Perfektion: Stress und Unzufriedenheit

Doch auch nicht allzu selten, hörte ich dann solche Sätze wie: „Ich will Yoga mal richtig lernen und korrigiert werden, wenn ich was falsch mache“, Ich will die Übungen korrekt ausführen“. Und ich fühle direkt die Härte, die Strenge und den eigenen hohen Leistungsanspruch.

Warum ist es vielen Menschen so wichtig, eine Körperhaltung perfekt ausüben zu wollen? Alles richtig machen zu wollen. Mit dem Kopf irgendwie hinwollen, wo der Körper vielleicht gar nicht hin will.

Lass mich an dieser Stelle sagen; Wenn du Asana Sport betreibst, und das nenne ich ganz bewusst so, denn Yoga ist keine Aneinanderreihung von Körperübungen, bei der du dich auspowerst um deine Leistung zu steigern, aber manche nutzen die Asanas auf diese Weise, zum Beispiel im Power Yoga oder auch Ashtanga Yoga. Solltest du also diese Methoden ausführen und täglich mindestens 1-2 Stunden Krähe, Pflug, Bogen, Kopfstand, den Lotossitz und viele weiteren akrobatischen Dinge ausüben, dann ist das absolut sinnvoll und auch empfehlenswert eine gute Ausrichtung der Gelenke und die Aktivierung spezifischer Muskelgruppen anzustreben.

Doch seien wir mal ehrlich. Wer von euch macht das? Und vor allem die wenigsten von uns brauchen das? 

Der Drang nach Perfektion führt meist zu Stress, Druck, Selbstzweifeln und Unzufriedenheit.  Haben wir davon nicht schon genug? Warum suchen wir das dann auch noch im Yoga?

Der Drang nach Perfektion und dem Streben nach Leistung scheint immer noch sehr im Trend zu sein. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Praxis des Hatha Yoga, also des körperlichen Yoga in der westlichen Welt stark verbreitet und den Bedürfnissen und Erwartungen der modernen Leistungs-Gesellschaft angepasst Und das ist aus meiner Sicht auch das Problem welches sich in der aktuellen Yogaszene zeigt. Ästhetik, Perfektion und Ehrgeiz spielen scheinbar eine große Rolle.

Das ist zum einen sehr schade, weil es im Yoga vielmehr darum geht, weniger zu tun, zu reduzieren und nicht darum etwas zusätzlich zu tun oder gar Perfektion anzustreben. Und leider verliert sich durch diese Oberflächlichkeiten, dieses tiefe Wissen welches wir durch Yoga erfahren können. Ist es nicht viel sinnvoller, danach zu streben, das Warum hinter dem Was zu verstehen und sich seiner Handlungen bewusst zu werden?

Was also tun? Und vor allem wie mit den inneren Treibern umgehen?

Selbstbeobachtung: Ein Schritt zur Bewusstseinsentwicklung

Vielleicht dürfen wir erstmal erkennen, dass Leistung und Perfektion ausgedient haben. Dass der überwiegende Teil der Gesellschaft erschöpft und ausgelaugt ist. Das wir jahrelang eine Yang Energie gelebt haben und es nun langsam Zeit wird für die Yin Energie.

Wie immer, wenn eines überwiegt, ist es Zeit den Gegenpol zu aktivieren, um wieder eine Balance herzustellen. Schließlich haben wir uns hier als Seele auf das Spiel der Polaritäten eingelassen, also spielen wir doch damit.

 Du suchst nach Entspannung, Ruhe und Wohlbefinden und strebst auch eine persönliche und spirituelle Entwicklung an, kennst aber nur zu gut den inneren Kritiker und Antreiber?

Dann lade ich dich ein folgendes zu tun:

Wenn du also wieder einmal auf deinen inneren Kontrolleti triffst, der alles perfekt machen möchte, um sich sicher zu fühlen, geht es nicht darum, ihm nachzugeben und seine Forderungen zu erfüllen. Vielmehr geht es darum, diesen Teil in dir bewusst anzuschauen.

Stell dich ihm gegenüber, begrüße ihn freundlich und sag: „Ach, du mal wieder. Ich kenne dich schon mein ganzes Leben lang. Lass uns doch mal darüber sprechen, was du hier in meiner Yogastunde zu suchen hast.“

Und so kommen wir dem wahren Sinn des Yoga näher. Durch Selbstbeobachtung, Wahrnehmung und Reflektion entsteht Bewusstsein.

Und auch das darf leicht sein. Also, Lust auf Yoga? Oder doch lieber Asana-Sport?

Wenn du Lust auf ganzheitliches Yoga hast, welches den Weg nach innen fördert statt das Außen zu bedienen, dann ist der Basiskurs sicher eine gute Möglichkeit Yoga auf diese Art kennenzulernen.

Oder hast Du Interesse daran, deinem inneren Kritiker etwas auf die Spur zu kommen, dann bietet sich vielleicht auch mal ein Tarot Coaching an.

Tarot kann eine kraftvolle Methode der Selbstreflexion und Selbsterkenntnis sein. Die Symbolik der Karten ermöglicht oft einen tieferen Einblick in die eigenen Gedanken, Emotionen und Herausforderungen.

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